
Heute erzählen wir euch im Blog von High As von der größten Marihuana-Landroute, die es in Europa gibt.
Haravgi Ioannina: das griechische Dorf, durch das die größte Marihuana-Schmuggelroute Europas führt
Dieses kleine griechische Dorf ist zur größten Route des Marihuana-Schmuggels nach Europa geworden. An der Grenze Griechenlands zu Albanien gelegen, ist dieses winzige Dorf mit 170 Einwohnern (Zählung 2011) ein Hotspot für die Einfuhr von Gras auf den ganzen alten Kontinent.

Die Geografie dieser Region ist sehr schroff. Das Gelände ist selbst für die griechischen Behörden hart und steil, und die versuchen ohne Erfolg, die Schmuggler zu stoppen. Die Hunderte von Albanern, die diese Berge jeden Tag zu Fuß überqueren, kennen sie wie ihre Westentasche: Sie sind so gut vorbereitet und kennen die Winkel des Waldes so genau, dass sie tagelang versteckt bleiben könnten, ohne gefunden zu werden.
Diese Schmuggler, oder Mulis, schleppen Rucksäcke mit bis zu 50 kg Cannabis, das sie im Wald in Verstecken auf griechischem Gebiet deponieren.

Zusätzlich zur ganzen Ladung hat jedes Muli meistens eine Kalaschnikow dabei. Das, zusammen mit der sehr guten Ortskenntnis, sorgt dafür, dass die griechische Polizei vom Drogenhandel einen KO kassiert.
Albanien ist der wichtigste Freiland-Marihuana-Produzent Europas, und Griechenland zahlt zum Teil die Zeche. Die Anti-Drogen-Operationen auf beiden Seiten der Grenze haben es nicht geschafft, den Schmuggel zu beenden. Schon 2014 starteten die albanischen Spezialkräfte eine große Operation im Dorf Lazarat, rund 30 km von der griechischen Grenze entfernt. Nach einer Woche mit Gefechten, in denen raketengetriebene Granaten und Mörsergranaten auf die Polizei abgefeuert wurden, fiel das im Dorf eingerichtete Schmuggelnetz.

Bei dieser Operation wurden 10 Tonnen Marihuana, Tausende Cannabispflanzen, Schusswaffen und rund 20 Millionen Euro in bar beschlagnahmt. Laut der Global Initiative gegen transnationale organisierte Kriminalität war die Cannabiswirtschaft Albaniens schon seit 2016 im ganzen Land sehr verbreitet.
Der Balkan war schon Teil einer der etabliertesten Drogenhandelsrouten der Welt. Jetzt ernährt das Cannabis nicht nur die lokalen Anbauer, sondern auch die Schmugglerbanden, die es in der ganzen Europäischen Union verkaufen.

Das Geschäft mit dem Gras ist für eine ganze Generation junger Albaner etwas völlig Normales, die im illegalen Handel eine Möglichkeit sieht, den Lebensunterhalt zu verdienen. Auf der anderen Seite der Medaille stehen die korrupten Beamten, Polizisten und Politiker, die ebenfalls versuchen, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.
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